Infrarotheizungen – Tipps zur Wattzahl, Platzierung & Raumgröße


Infrarotheizungen zählen zu den Strahlungs- oder Wärmewellenheizungen. Sie sind nachInfrarotheizung mit Motiv
einer Studie der Universität Kaiserslautern eine sinnvolle Alternative zu den herkömmlichen Heizsystemen. Hier erhalten Sie Antworten auf häufige Fragen rund um diese gesunde, umweltfreundliche und sparsame Heizungstechnik.


Worin unterscheiden sich Infrarotheizungen von herkömmlichen Heizungen?

Normale Heizungen und Kaminöfen erwärmen die (begrenzte) Umgebungsluft, die nach oben steigt. Es bilden sich Warmluftpolster an der Decke, während der Bodenbereich sich kühl anfühlt. Infrarotheizungen arbeiten mit Wärmewellen. Die modernen Strahlungsheizungen benötigt kein Trägermaterial wie Luft, um die Energie zu verteilen. Natürliches Material enthält Wasser, dessen Atome in der Lage sind, die Strahlung aufzunehmen und in Wärme umzuwandeln. Der Weg der Wellen zum Körper ist dabei nahezu verlustfrei.

Grundsätzlich gelten auch bei der Infrarotheizung die Gesetze der Thermodynamik. Mithilfe der Infrarotstrahlung temperierte Körper geben wiederum ihre Wärme an die Umgebung ab. Die Luft erwärmt sich dabei jedoch nicht so stark, wie bei konventionellen Heizsystemen.


Wie schnell wird eine Infrarotheizung warm?

Die Infrarotheizung selbst wird nicht wie ein normaler Heizkörper warm und gibt diese Wärme an die Luft ab. Sie funktionieren eher wie ein Sonnenbad. In der Sonne fühlt es sich bei gleicher Temperatur deutlich wärmer an als im Schatten. Ähnlich wie das Sonnenlicht benötigt das Heizsystem keine Vorlaufzeit. Das angenehme Wärmegefühl setzt sofort nach dem Einschalten der Heizung ein. Die gefühlte Temperatur liegt im Durchschnitt zwei bis drei Grad Celsius über der Lufttemperatur und wird trotzdem als behaglich empfunden.

Am effektivsten arbeitet die Infrarotheizung in Räumen, in denen sich viele Naturmaterialien, Material mit Speicherfähigkeit sowie Menschen und/oder Tiere befinden. Zu den natürlichen Materialien zählen neben Holz auch Lehm, Ziegel, Gipsfaserplatten, atmungsaktiver Verputz, Spachtelmasse, Dämmplatten, Stein, Ton und Ähnliches. In einem leeren Raum oder einem Zimmer mit überwiegend Kunststoff funktioniert die Wärmewellenheizung nur sehr begrenzt. In feuchten und/oder schlecht isolierten Räumen sowie in hohen Altbauten hat sich das System allerdings auch ohne Mobiliar bewährt.

Welche Arten von Wärmewellenheizungen gibt es?

Die Vorteile einer Infrarotheizung ergeben sich nicht nur durch deren Funktion, sondern auch aus der Optik. Infrarotstrahler lassen sowohl als Stilelement nutzen als auch unauffällig in den Raum integrieren.

BadheizungenInfrarotheizung als Spiegelheizung im Bad

Spezielle Badheizköper sorgen direkt nach dem Einschalten für eine angenehme Wärme. Hochwertige Modelle besitzen eine Trocknungsfunktion, die nicht nur die Handtücher vor dem Gebrauch temperieren, sondern im Anschluss auch trocknen. Die Trocknungszeit lässt sich einstellen.

Beim Einsatz als Vollheizung heizt das System den Boden mit, sodass die Füße beim barfußlaufen nicht auskühlen. Spiegelheizungen in Bädern haben den Vorteil, dass beschlagene Spiegel entfallen und die gleichmäßige Wärme Schimmelbildung verhindert.

Tafelheizungen

Tafelheizung ist eigentlich nur ein anderer Ausdruck für Emailheizung. Die flachen Heizungen sind meisten schwarz und mit Kreide beschreibbar oder mit einer hellen Beschichtung überzogen, sodass sie als Whiteboard dienen. Auch diese Heizungen sind in der Regel nicht fest eingebaut, sondern transportabel.

Bildheizungen

Infrarotheizung mit Bild im WohnzimmerBildheizungen können je nach Hersteller entweder mit vorgegebenen Motiven versehen sein oder mit eigenen Bildern bedruckt werden. Sie sind ein Stilelement, das wohlige Wärme verbreitet.

Emailheizungen bieten sich nicht nur für Kinderzimmer an. Aufgrund der kratzfesten Oberfläche lassen sie sich als Whiteboard verwenden, beispielsweise im Büro als Memoboard oder in der Küche für die Einkaufsliste.

 

GlasheizungenInfrarotheizung aus Glas

Die schlichten Glasheizungen sind hervorragend in jedes Raumkonzept integrierbar, entweder unauffällig angebracht oder als Stilelement.

Spiegelheizungen passen nicht nur ins Badezimmer, sondern auch in Flure. Hinter dem Spiegel ist das Heizsystem nicht sichtbar, verbreitet jedoch seine angenehme Wärme.

Mobile Standheizungen

Bei Standheizungen handelt es sich um frei im Raum stehende Infrarotstrahler. Besonders praktisch sind Modelle mit Rollen, die einen schnellen Transport in einen anderen Raum ermöglichen.

Heizkugeln & Round-Heizungen

Infrarotheizung als HeizkugelHerabhängende Heizkugeln haben in hohen Räumen Vorteile. Je nach Anbringung können sie entweder nur bestimmte Bereiche temperieren oder den gesamten Raum erwärmen.

Rastereinlegedeckenheizungen wurden so konzipiert, dass sie sich als Deckenheizung zwischen vorhandene (Standard-)Rastdecken einlegen lassen. Sie sind ideal für Hotels, Schulungsräume und Ähnliches.

Bei den Round-Heizungen handelt es sich um runde Scheiben mit integriertem Infrarotstrahler. Sie sehen in modernen Wohnungen genauso elegant aus, wie in einer Praxis oder einem Büro. Der Vorteil liegt in der Pulverbeschichtung, die einen Anstrich in Deckenfarbe ermöglicht. Dadurch wird das Heizsystem auf Wunsch vollständig unsichtbar.

 

Die Infrarotheizung als Wandheizung oder Fußbodenheizung

Neben den normalen Heizsystemen eignet sich die Infrarotheizungen zudem hervorragend als Wandheizung beziehungsweise Fußbodenheizung. Allerdings ist bei der Anbringung einiges zu beachten.

Damit die Wandheizung effektiv arbeiten kann, muss die Wand von außen (!) gedämmt sein. Auf die an der Innenwand angebrachten dünnen Heizungselemente kommt ein Spezialputz. Danach kann mit einer besonderen Farbe gestrichen werden. Sowohl die Farbe als auch der Putz ist mit mikrofeinen Glassplittern versehen. Diese kleinen Splitter sorgen dafür, dass die Wärme gleichmäßig in den Raum hinein reflektiert wird. Das System weist einen besonders hohen Wirkungsgrad auf, die Anbringung sollte jedoch durch ein Fachunternehmen erfolgen.

Dasselbe gilt für die Fußbodenheizung. Auch hier handelt es sich um besonders dünne Matten mit hoher Heizleistung. Als Belag eigenen sich eine Reihe von Materialien, die jedoch bestimmet Kriterien wie Strahlungsdurchlässigkeit erfüllen müssen. Im Gegensatz zur herkömmlichen Fußbodenheizung können sich in Räumen mit Infrarotfußbodenheizung auch Personen mit oder mit der Neigung zu Krampfadern ohne Probleme aufhalten.

Wieviel Watt ist notwendig?

Wärmewellenheizungen gibt es mit unterschiedlichen Leistungen. Die erforderliche Infrarotheizung im Büro mit MotviWattzahl richtet sich nach der Raumgröße sowie der Dämmung. Damit es angenehm warm wird, genügt bei größeren Räumen eine einzelne Wärmequelle nicht. Das hat physikalische Gründe. Wellen breiten sich räumlich aus und transportieren dabei ihre Energie, jedoch keine Materie (chemische Stoffe beziehungsweise Material).

Sehr stark vereinfacht lassen sich Wärmewellen mit der Brandung des Meeres vergleichen. Bevor die Wellen auf den Strand auflaufen sind sie hoch und dehnen sich fächerförmig aus. Mit jedem Meter, den sie zurücklegen, werden sie flacher und der Ausdehnungsradius kleiner. Aus diesem Grund sollte in einem circa 25 qm großen Raum nicht eine einzelne Infrarotheizung mit beispielsweise 1.500 Watt installiert sein, sondern drei Heizkörper an unterschiedlichen Stellen mit je 500 Watt stehen. Bei der richtigen Platzierung überschneiden sich die abgeschwächten Wellen und verstärken sich wieder.

Die Raum- und Platzwahl: Wo kann man eine Infrarotheizung platzieren?

Es gibt eigentlich keinen Raum, für den sich die Infrarotheizung nicht eignet. Im Badezimmer sind Spiegelheizungen sowie die die speziellen Badheizkörper perfekt. Ins Wohnzimmer passen sowohl Bildheizungen als auch Flächenheizungen. Wer es im Bett gerne kuschelig warm hat, sollte über der Schlafstätte eine Deckenheizung anbringen.

In Arbeitsräume lassen sich die Arbeitsplätze gezielt erwärmen, während der Rest des Raums kühl bleibt. Um die ideal Wärmeverteilung zu erreichen, ist eine strukturierte Verteilung der Heizungselemente nötig. Der Standort der mobilen Geräte lässt sich jederzeit optimieren, bei Festinstallationen ist die Beratung durch einen Fachmann zu empfehlen.

Infrarotheizungen als Heizungsergänzung oder als Vollheizsystem – was ist sinnvoll?

In Mietwohnungen lohnt sich die Umstellung auf Infrarotheizung als Vollheizsystem für einen einzelnen Mieter nicht. Die Grundkosten für die Heizung bleiben bestehen, lediglich die Verbrauchkosten sinken. Hier bietet sich die Infrarotheizung als Ergänzung an.

Für Eigentümer rechnet sich die Umstellung auf Infrarotheizungen in den meisten Fällen, jedoch nicht immer. Verfügt das Gebäude über einen Gasanschluss mit einer zeitgemäßen Heizungsanlage mit neuem Brenner, ist es schlichtweg eine Rechenaufgabe. Der Austausch einer Ölheizung gegen eine Infrarotheizung rechnet sich jedoch (fast) immer.

Es gibt zahlreichen Systeme die mit Niederenergie arbeiten und die Eingangsleistung nicht der Ausgangleistung entspricht. Das heißt, eine Heizung mit 500 Watt Eingangsleistung kann durchaus eine Ausgangsleistung mit einem Heizwert von 750 Watt haben. Der Wirkungsgrad (die „Energieausbeute“) liegt bei Infrarotheizungen durchschnittlich bei circa 85 Prozent und höher, der Energieverlust resultiert aus dem nötigen Equipment. Vorsicht ist bei Mobilgeräten geboten, diese ziehen wie die Heizlüfter in der Regel die angegebene Strommenge aus dem Netz.

Grundsätzlich ist es sinnvoll, bei der Anschaffung einer Infrarotheizung zu den etwas teureren Geräten zu greifen. Billigware hat oftmals einen schlechteren Wirkungsgrad, die Heizungen halten nicht lange und arbeiten häufig unzuverlässig.